Sicher unterwegs – Goldwing-Training auf österreichischen Bergstraßen
Als Hans Dieter (kurz „HD“) 2024 beim Stammtisch der Barbarossa-Winger die Idee eines Sicherheitstrainings in Österreich auf öffentlichen Bergstraßen ins Spiel brachte, war die Neugier sofort geweckt bei den Mitgliedern.
Die Anreise zur Unterkunft, dem Erlebnishotel im schönen Lungau, erfolgte mit mehreren Wingern über zwei Tage, ebenfalls perfekt von HD organisiert.
Ziel: Mehr Sicherheit und Fahrspaß
Ein Sicherheitstraining war die perfekte Gelegenheit, die Fahrtechnik gezielt zu verbessern. Besonders auf kurvigen Bergstraßen wollte jeder sicherer werden und die richtige Linie finden.
Am 15. Juni trafen wir im Hotel ein, und beim gemeinsamen Abendessen lernten wir unseren Trainer Hannes Bagar kennen. Seine Aussagen machten sofort klar: Hier geht’s ans Eingemachte.
„Viele Motorradfahrer fahren nur mit viel Glück unfallfrei.“
„95 Prozent wählen die falsche Linie in der Kurve.“
Seine beeindruckende Erfahrung als Instruktor und Motorradfahrer war sofort spürbar. Die Gruppe wurde pragmatisch aufgeteilt.
Kurven, Kameras und klare Ansagen
Der Trainingstag begann mit typischem Bergwetter – bewölkt, aber trocken. Beste Bedingungen also, um zu üben. Schon nach wenigen Kilometern gab’s den ersten Hinweis: Ab sofort bitte nicht mehr versetzt, sondern einzeln und auf der optimalen Linie fahren.
Am ersten Trainingsplatz erwartete uns eine rund 4 Kilometer lange Strecke, gespickt mit Kurven und mehreren Kameras und 2 Mini-Ampeln. Der Ablauf: Bei Grün losfahren, bis zur nächsten Ampel, dort wenden und zurück – das Ganze mehrfach. Die Videoaufnahmen ermöglichten später eine detaillierte Auswertung unserer Fahrweise.
Zurück im Hotel gab es im Schulungsraum eine intensive Theorieeinheit: Linienführung, Blickführung, Fahrdynamik – alles anschaulich erklärt und mit Videomaterial untermauert. Danach waren wir bestens vorbereitet für den nächsten praktischen Teil.
Individualtraining mit Aha-Effekt
Gegen 10:30 Uhr ging’s zum zweiten Trainingsgelände. Jeder bekam zwei Klebemarker ans Moped, die man für die Fahrt mit einem Instruktor einsetzen sollte. Zunächst fuhr man hinter einem Instruktor auf dessen Fahrlinie im Schlepptau, danach mehrere Durchgänge alleine, schließlich eine weitere Individualtrainingsrunde mit einem zweiten Trainer.
Je öfter man die Strecke fuhr, desto flüssiger und präziser wurde meine Linie – und mit zunehmender Sicherheit stieg auch der Fahrspaß. Besonders eindrücklich war, wie oft andere Verkehrsteilnehmer tatsächlich die Straßenmitte überfuhren – ein echtes Risiko, das einem erst in der Praxis wirklich bewusst wird, was das beim Mopedfahren bedeutet.
Nach dem intensiven Individualtraining ging’s zurück ins Hotel – Zeit zum Verschnaufen, fürs Mittagessen und für den Austausch mit den anderen. Das Wetter hatte durchgehalten, die Stimmung war bestens.
Nachhaltiger Lerneffekt
Am Nachmittag standen noch weitere Individualtrainings und Durchgänge auf der ersten Trainingsstrecke an. Auch hier war der Fortschritt deutlich spürbar. Spätestens beim gemeinsamen Ausflug am Mittwoch sowie auf der Heimfahrt merkte man: Man fährt Kurven jetzt anders, besser und sicherer. Und vor allem: Mit einem richtig guten Gefühl.
Fazit: Das Training war ein voller Erfolg.